Hauptursachen von Blindheit in Entwicklungsgebieten

Jede zweite blinde Person ist vom Grauen Star betroffen. Dabei wäre gerade diese Krankheit heilbar.

Grauer Star (Katarakt)

Mehrere Kinder aus Nepal mit Augenverband
Grauer Star kann auch vererbt oder angeboren sein.

Vorkommen
In den Entwicklungsgebieten – vor allem in Asien und Afrika – sind fast 20 Millionen Menschen am Grauen Star erblindet. Eine von tausend Personen erblindet daran jährlich. Von hundert Katarakt-Patienten sind ein bis zwei Kinder. Der Graue Star ist der häufigste Grund für Blindheit weltweit (jeder zweite Blinde).

Ursachen
Zum einen gibt es den Altersstar, meist hervorgerufen durch Stoffwechselerkrankungen und Alterung des Gewebes. Zum anderen kann er aber auch vererbt oder angeboren sein (u.a. durch Röteln in der Schwangerschaft) oder durch Mangelernährung oder Verletzungen entstehen.

Behandlung
Mit einer etwa 15-minütigen Operation kann diesen Menschen das Augenlicht zurückgebracht werden. Dabei wird die hinter der Pupille liegende, milchig trübe Linse durch eine künstliche ersetzt.

CBM-Hilfe
In CBM-geförderten Spitälern wurden im Jahr 2016 433’000 Star-Operationen durchgeführt, darunter 11’749 an Kindern.

Grüner Star (Glaukom)

Ein Kleinkind mit Grünem Star auf dem Arm einer Frau
Nach dem Grauen Star ist der Grüne Star die zweithäufigste Ursache von Blindheit

Vorkommen
Weltweit sind insgesamt drei Millionen Menschen durch Grünen Star erblindet. Das Glaukom ist weltweit die zweithäufigste Ursache von Blindheit.

Ursachen
Die Kammerflüssigkeit, die unter anderem die Augenlinse ernährt, kann nicht mehr richtig abfliessen. Der dadurch erhöhte Druck schädigt langsam den Sehnerv. Dies schmerzt nicht und wird oft erst bemerkt, wenn Teile des Sehnervs bereits zerstört sind. Glaukom kann auch angeboren sein.

Behandlung
Die Kliniken nehmen in den Entwicklungsgebieten Routine- und Reihenuntersuchungen (Messung des Augeninnendrucks) vor. Der erhöhte Augendruck muss lebenslang durch tägliches Einträufeln von Augentropfen gesenkt werden. Da in den Entwicklungsgebieten der Zugang zu Medikamenten erschwert ist, wird öfters operiert als bei uns in Europa.

CBM-Hilfe
Im Jahr 2016 sind durch die CBM 12’000 Glaukomoperationen durchgeführt worden.

Akute Bindehautentzündung (Trachom)

Ein an Trachom erkranktes Auge
Durch Trachom kommt es zur Schädigung der Hornhaut.

Vorkommen
Geschätzte 100 Millionen Menschen in Afrika, im Mittleren Osten und in Teilen Asiens, Australiens und Lateinamerikas leiden unter einer Trachom-Infektion. Hunderttausende Menschen leiden am qualvollen Endstadium mit eingedrehten Augenlidern. Mehr als eine Million Menschen sind wegen des Trachoms unheilbar sehbehindert und 500’000 blind.

Ursachen
Von Trachom-Erkrankungen sind vor allem Menschen in den Dürregebieten betroffen – dort, wo das Wasser verschmutzt, der Boden trocken und die Hygiene mangelhaft ist. Die Bindehaut auf der Rückseite des Augenlids wird befallen vom Chlamydia-Bakterium. Nach wiederholten Infektionen dreht sich das Augenlid gegen innen, bei jedem Lidschlag scheuern die Wimpern wie Borsten auf der Augenoberfläche, diese vernarbt und wird undurchsichtig. Die Folge: unheilbare Blindheit.

Behandlung
Durch tägliches Gesichtwaschen und andere Hygienemassnahmen. Die Behandlung im frühen Kindesalter erfolgt durch antibiotische Augensalbe. Sonst wird die schleichende Krankheit mit dem länger wirksamen Medikament Zithromax® behandelt. Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, hilft eine kleine Lid-Operation.

CBM-Hilfe
Durch die Hilfe der CBM wurden im Jahr 2016 4,2 Millionen Menschen medikamentös von dieser unheilbaren Blindheit befreit.

Flussblindheit (Onchozerkose)

Ein älterer, von Flussblindheit betroffener Mann
Durch das Medikament Mectizan® konnte die Flussblindheit schon in vielen Gebieten ausgemerzt werden. Fehlende Behandlung jedoch führt zu unheilbarer Blindheit

Vorkommen
In Afrika, Südamerika und Teilen der arabischen Halbinsel. Millionen Menschen sind infiziert und rund eine halbe Million erblindet. Dank vereinter Bemühungen von WHO sowie privater und staatlicher Institutionen (seit 1974) ist die Krankheit in Westafrika seit 2002 überwunden.

Ursachen
Übertragen wird Onchozerkose durch Stechmücken, die an Fliessgewässern brüten. Winzige Larven gelangen in die Blutbahn und werden zu Fadenwürmern, die sich in der Unterhaut einnisten und bis zu 15 Jahre alt werden können. Ohne Behandlung durchziehen über Jahre Millionen winziger Wurmparasiten das Unterhautgewebe und gelangen mit der Zeit ins Auge, wo sie den Sehnerv zerstören.

Behandlung
Durch das Medikament Mectizan®. Pro Person muss Mectizan® ein- bis zweimal jährlich eingenommen werden. So ist die Zahl der weltweit Infizierten von 80 Millionen auf 37 Millionen im Jahr 2009 gesunken.

CBM-Hilfe
Abgestimmt mit der WHO verteilt die CBM das Medikament Mectizan® in Zentral- und Westafrika. Millionen von Flussblindheit bedrohte Menschen werden jährlich durch die Hilfe der CBM mit Mectizan® behandelt.

Kinderblindheit

Ein Kind mit geschlossenen Augen
Kinderblindheit hat viele Ursachen.

Vorkommen
Kinder in den Entwicklungs- und Schwellenländern erblinden insbesondere aufgrund von nicht oder zu spät behandelten Krankheiten sowie Infektionen. Rund die Hälfte der Erblindungen ist allerdings weder verhütbar noch heilbar, zum Beispiel Augentumore oder angeborenes Glaukom.

Ursachen
Der Mangel an augenmedizinischer Grundversorgung, unzureichend ausgerüstete Kliniken und schlecht ausgebildete Fachkräfte bilden eine Ursache. Die andere findet sich in der Armut der Familien und in der fehlenden Aufklärung.

Behandlung
Eine erschwingliche, gute Grundversorgung mit funktionierendem Überweisungssystem sowie Früherkennung mittels mobiler Sprechstunden und dörflicher Gesundheitshelfenden. Entzündungen, Starerkrankungen oder frühgeburtliche Netzhautablösung werden überwunden, bevor dauerhafte Schäden eingetreten sind. Auch starke Fehlsichtigkeit wie durch Schielen müssen früh korrigiert werden.

CBM-Hilfe
Fünf von hundert Augenoperationen betreffen Kinder. Jährlich befreien die CBM-Partner zwei bis drei Millionen Kinder von Augenproblemen.

Wie Sie helfen können

Ermöglichen Sie augenmedizinische Prävention und Behandlung und bewahren Sie Menschen so vor der Erblindung. Jeder Franken zählt!

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