Madagaskar

Zwei Jugendliche aus Madagaskar stehen hinter selbst gefertigten Holgegenständen, die auf einem Tisch liegen. Die beiden Jugendlichen zeigen mit ihrem Daumen nach oben.
In Madagaskar erhalten Jugendliche mit Behinderungen dank CBM-Unterstützung bessere Einkommensmöglichkeiten.

Madagaskar ist der grösste Inselstaat Afrikas und die viertgrösste Insel der Welt nach Grönland, Neuguinea und Borneo. Jahrzehntelange Misswirtschaft und schlechte Regierungsführung haben Madagaskar wirtschaftlich sehr geschwächt, sodass Madagaskar heute zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt zählt. Im Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index) nimmt Madagaskar den 154. Platz von 188 Staaten ein.

Das Pro-Kopf-Einkommen liegt weit unter dem Durchschnitt der anderen afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Über 90 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als umgerechnet zwei US-Dollar pro Tag. Besonders hoch ist der Anteil der Armen in den ländlichen Regionen. Mehr als drei Viertel der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, sie trägt jedoch nur etwa einen Viertel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Auf einem Grossteil der Agrarflächen wird Subsistenzwirtschaft betrieben. Ein grosses Problem sind die Bodenerosion und die Versandung der Felder.

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung gilt als unterernährt, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 64 Jahren. Die Einkünfte aus Fischerei, Edelsteingewinnung, Tropenholzwirtschaft und Vanilleexport sind ungleich verteilt. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verfügen über etwa die Hälfte des Volkseinkommens.

CBM engagiert sich für Augengesundheit und inklusive Bildung

Die CBM unterstützt den Ausbau der augenchirurgischen Versorgung für Kinder durch die Ausbildung und eine bessere Infrastruktur an der Universitätsklinik HJRA sowie durch die Ausbildung von Optikerinnen und Optikern für das gesamte Land. Im Bildungsbereich hat die CBM viel Erfahrung mit Spezialschulen für seh- und hörbehinderte Kinder. Darauf aufbauend wird nun die wichtige Schultätigkeit der reformierten Kirche Madagaskar darin unterstützt, vermehrt zugänglich zu werden für alle Kinder, also auch für Kinder mit Behinderungen. Bei der Fortsetzung der Schulkarriere unterstützt die CBM die Integration der Jugendlichen mit Behinderungen in Berufsbildungsprogramme. In Antananarivo und in Antsirabe betreuen Partner in gemeindenaher Rehabilitation Betroffene in der Verbesserung ihrer Lebenssituation.

Madagaskar in Kürze

Als Madagaskar 1960 seine Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich erlangte, zählte der Inselstaat noch zu den Ländern mit mittlerem Einkommen. Ab 1972 richtete sich das Land sozialistisch aus, grosse Unternehmen wurden verstaatlicht. Madagaskar schottete sich unter Präsident Didier Ratsiraka gegen die westliche Welt ab und der wirtschaftliche und soziale Abstieg des Landes begann.

1992 wurde Ratsiraka durch eine breite Oppositionsbewegung (« les Forces Vives ») aus dem Amt gedrängt. In der Folge läutete eine neue Verfassung, die die Macht des Präsidenten wesentlich beschränkte, die Dritte Republik ein. Durch sie wurde Madagaskar zu einer Präsidialrepublik, deren erster Präsident nach vier Jahren abgesetzt wurde, da er seine verfassungsmässigen Kompetenzen überschritten hatte.

Die sogenannte «Dritte Republik» führte ab 1992 zu einer Öffnung des Landes mit positiven Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes. Doch die Politik war weiterhin durch Machtkämpfe geprägt.

Im Frühjahr 2009 kam es in der Folge von Protestunruhen gegen den bisherigen Präsidenten Marc Ravalomanana, dem persönliche Bereicherung vorgeworfen wurde, zu einem Regierungsumsturz. Andry Rajoelina, Bürgermeister von Antananarivo, gelang es, das madagassische Militär auf seine Seite zu ziehen, sodass Ravalomana abdankte und ins Exil flüchtete. Ab 2009 regierte so eine demokratisch nicht legitimierte Übergangsregierung unter Rajoelina, die international diplomatischen Sanktionen ausgesetzt war.

Seit dem Militärputsch hat sich die Armut der Bevölkerung wieder drastisch verschärft, unter anderem durch jahrelange politische Isolation des Landes, den Rückzug der internationalen Geber aus der Zusammenarbeit mit der Regierung und das Aussetzen der Budgethilfe. Soziale Dienste (Schulen, Gesundheitsversorgung, Katastrophenvorsorge) wurden in den vergangenen Jahren weitgehend über humanitäre Hilfsleistungen und bevölkerungsnahe Entwicklungszusammenarbeit aufrechterhalten.

Ab 2011 gab es nach intensiven Verhandlungen mit der Afrikanischen Union und der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Staates (Southern African Development Community/SADC) Fortschritte zu verzeichnen. Mit Amtseinführung des neuen Präsidenten Henry Rajaonarimampianina im Januar 2014 ist Madagaskar zur verfassungsmässigen Ordnung zurückgekehrt. Nach den Wahlen hob auch die EU wieder ihre Beschränkungen auf und machte den Weg frei für eine Zusammenarbeit mit der neuen Regierung.

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