Es geht um seine Zukunft


Die Sehkraft zurückerhalten könnte Situn nur in der CBM-geförderten Klinik in Biratnagar, Nepal. Das wussten seine Eltern. Doch da hinzufahren, war der Fischerfamilie aus Nordindien lange nicht möglich.

«Eines Tages alarmierte mich sein Lehrer», erzählt Vater Atul. «Situn folge dem Unterricht nur schwer, und in den Pausen stehe er abseits. Er habe Mühe beim Lesen und erkenne entfernte Dinge nicht. Bereits sieben Monate zuvor war mir in seinem rechten Auge der Graue Star erstmals aufgefallen.»

Atul selbst und auch sein erwachsener Sohn wurden einst in der CBM-geförderten Augenklinik in Nepal am Grauen Star operiert. Ein Grauer Star, der sich im Jugendalter entwickelt, ist in Atuls Familie vererbt. In Nepals Grenzstadt Biratnagar würde auch der 12-jährige Situn die Sehkraft zurückerhalten. Die wenigen Spitäler in Nordindien sind teuer und ihre Leistungen haben keinen guten Ruf. Dagegen erfüllen die Behandlungen in Biratnagar hohe Standards und werden für arme Familien aus Spenden finanziert.

Allerdings musste Vater Atul erst das Geld für die mehrstündige Reise von seinem Fischerdorf nach Nepal zusammensparen. «Nur in der Regenzeit, wenn wir bei Hochwasser viele Fische fangen, verdienen meine Frau und ich mehr als den Tagesbedarf.» Doch ausserhalb der Regenzeit arbeiten Atul und seine Frau als Tagelöhner – und das Geld reicht kaum für das Nötigste. «Irgendwie schaffte ich es, mir im Dorf Geld für die Fahrt zu borgen.»

Nach dem Eintritt in die Klinik in Biratnagar wurden Situns Augen eingehend untersucht. Eindeutig lautete die Diagnose auf Grauen Star. Mit dem linken Auge erkannte der 12-Jährige erst auf zwei Meter, was Normalsichtige aus 60 Metern identifizieren. Mit dem rechten nahm er nur Handbewegungen direkt vor dem Gesicht wahr.

Zuerst wird das schlechtere Auge operiert. Am Morgen nach der Operation blinzelt Situn und blickt ungläubig umher. Ein Assistent streckt nun nacheinander Finger hoch: «Wie viele siehst du?» Stets antwortet Situn korrekt, und Vater Atul strahlt: «Ich bin unbeschreiblich dankbar!»

In sechs Wochen, wenn das Auge sich erholt hat, erhält das zweite eine neue Linse. Vater Atul verspricht: «Ich komme – auch wenn ich die Reisekosten nur schwer zusammenbringe – mit meinem Sohn pünktlich wieder. Es geht um seine Zukunft.»

Wie Sie helfen können

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie, dass erblindete Kinder und Erwachsene wieder sehen können. Eine Graue-Star-Operation für eine erwachsene Person kostet nur 50 Franken, bei Kindern 180 Franken (mit Vollnarkose und augenoptischer Nachsorge).



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