Burkina Faso

Porträtansicht einer Frau aus Burkina Faso.
Der Bereich der psychischen Gesundheit hat in der CBM-Arbeit in Burkina Faso besondere Bedeutung. Aischa etwa litt an chronischen Schlafstörungen und entwickelte eine bipolare Störung. Über den CBM-geförderten gemeindenahen Dienst erhält sie heute Medikamente und Beratung.

Burkina Faso ist ein frankophones Land Westafrikas und liegt südlich des Nigerbogens und der Sahara. Die im Norden vorherrschende Trockensavanne (Sahel) geht gegen Süden in die Grosslandschaft Sudan über. Klimatisch massgebend für das Land ist ein tropisches Wechselklima, bestimmt durch den westafrikanischen Monsun in Wechselwirkung zum Passatwind Harmattan. Das Land ist demnach geprägt durch eine unterschiedlich lange, aber ausgeprägte Einteilung in Trocken- und Regenzeit (rund 2 Monate im Norden bis 6 Monate im Süden). Klimatische Veränderungen wurden im Verlaufe der letzten 35 Jahre festgestellt, darunter ein Sinken der Niederschlagswerte sowie eine Zunahme der Temperaturen. Extreme Klimaerscheinungen wie grosse Trockenzeiten und Überschwemmungen haben in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls zugenommen.

Das Land grenzt an sechs Länder (Mali, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin und Niger) und beheimatet rund 18,3 Millionen Menschen. Die nationale, administrative Verwaltung ist in Regionen, Provinzen und Departemente aufgeteilt, die lokale Verwaltung in Regionen und Gemeindeverwaltungen. Letztere verfügen über eigene Budgets und können theoretisch eigene Entwicklungsprogramme planen, umsetzen und finanzieren, so auch Programme zur Förderung von Menschen mit Behinderungen.

CBM fördert Augen-, Ohren- und psychische Gesundheit

Die CBM setzt in Burkina Faso ein besonderes Gewicht auf den Bereich der psychischen Gesundheit. Ein breites Programm zur Verbesserung der Erkennungs- und Behandlungsmöglichkeiten im Basisgesundheitssystem machte den Anfang. Dazu kam ein konkretes Betreuungs- und Behandlungsangebot für auf der Strasse lebende Menschen mit psychischen Erkrankungen im Norden des Landes. Die CBM bringt zu diesen Programmen die Kompetenz der Schweizer Psychiaterin Dr. Manuela Wälchli bei, die während ihrer Aufenthalte Personal in Burkina Faso weiterbildet und berät.

Sodann unterstützt die CBM die Verbesserung der ohrenmedizinischen Versorgung in vier Distrikten. Prävention soll die Fälle von Hörverlust reduzieren, die Betroffenen sollen betreut und mit Hörgeräten ausgestattet werden. Wichtig ist, auch die breite Bevölkerung besser für die Sorge um die Ohrengesundheit zu sensibilisieren.

Als weitere Arbeitslinie in Burkina Faso fördert die CBM die augenmedizinische Versorgung in der Region von Mouhoun an der Grenze zu Mali.

Burkina Faso in Kürze

Die Hauptbevölkerungsgruppe bildet die Ethnie der Mossi. Daneben gibt es viele weitere wie die Tuareg im Norden, Fulbe, Bobo, Senufo oder Gurunsi. Die traditionellen Scherzbeziehungen (« parenté à plaisanterie ») zwischen den verschiedenen Gruppen leisten einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben: Bestimmten Ethnien ist es hierbei erlaubt, sich nach festgelegten Regeln gegenseitig zu verspotten, zum Beispiel Mossi und Sanan oder Fulbe und Bobo. Burkina Faso, übersetzt das «Land der Aufrichtigen/ehrenwerten Menschen» ist tatsächlich wenig von ethnischen Spannungen oder kriminellen und gewalttätigen Auseinandersetzungen geprägt. Die Hauptreligion ist der Islam, Amtssprache Französisch. Die wichtigsten nationalen Sprachen sind Mòoré (die Sprache der Mossi), Dioula im Westen, Fulfulde und teilweise Arabisch als Handelssprache. In Burkina Faso werden insgesamt 68 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Auf die Instabilität nach der Unabhängigkeit 1960 und der panafrikanisch-sozialistischen Revolution unter dem Nationalhelden Thomas Sankara 1983 folgte die Autokratie Blaise Compaorés, der die Geschicke des Landes nach dem Putsch 1987 gegen Sankara bis 2014 lenkte (demokratisch republikanische Verfassung 1991). Compaoré seinerseits wurde auf Druck der Bevölkerung und mit Hilfe der parlamentarischen Opposition im Herbst 2014 aus dem Präsidentenamt vertrieben, worauf das Militär eine in der Zivilbevölkerung und bei den Parteien akzeptierte Übergangsregierung einsetzte.

Burkina Faso rangierte im Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index) 2013 auf Platz 181 von 187. Das Land ist Teil der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft. Das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre zwischen 5 und 9 Prozent kommt vor allem der von Mossi dominierten Gesellschaftsschichten in den urbanen Zentren zugute. Fast 90 Prozent der Bevölkerung lebt von Subsistenzwirtschaft (Hirse, Mais, Fonio, Sorghum, Reis – Jams, Maniok und Zuckerrohr im Süden). Für den Export wichtig sind Erdnüsse, Viehzucht und Baumwolle, wobei letzteres durch einen abgeschotteten und regulierten Weltmarkt kaum konkurrenzfähig verkauft werden kann. Seit wenigen Jahren sind internationale Unternehmen am Abbau von Gold interessiert. Abgesehen davon sind die Industrie und der Dienstleistungssektor in Bezug auf die Wirtschaftsleistung vernachlässigbar. Dies heisst aber auch, dass nur wenige formalisierte Arbeitsstellen existieren.
Darüber hinaus existiert in Burkina Faso eine reiche Vielfalt an traditionellem und modernem kulturellen Schaffen (Kino/Film, Theater, Musik etc.) und sportlichem Engagement (Fussball, Rad, Pétanque etc.).

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